Wie oft landet ein Gegenstand im Müll, obwohl er mit wenigen Handgriffen wieder funktionstüchtig wäre? Genau dieser Frage widmete sich unser erstes Pop-up Repair Café am 01.08. im Goldbekhaus, das im Rahmen des INTERREG-Projekts Circ@Home stattfand.
Fünf Teilnehmende nutzten die Gelegenheit, gemeinsam mit dem ehrenamtlichen Reparaturexperten Siegfried ihre mitgebrachten Alltagsgegenstände genauer unter die Lupe zu nehmen. Insgesamt wurden sechs verschiedene Gegenstände begutachtet – von kleineren Reparaturen bis hin zu Fällen, bei denen zunächst eine Einschätzung oder Tipps für das weitere Vorgehen gefragt waren.
Das Ergebnis des Nachmittags zeigt, wie vielfältig Reparatur sein kann: Zwei Gegenstände konnten direkt vor Ort erfolgreich repariert werden. Bei zwei weiteren erhielten die Teilnehmenden konkrete Hinweise und Hilfestellungen, wie sie die Reparatur selbst fortsetzen können. Ein Gegenstand erwies sich leider als nicht mehr reparierbar, und für einen weiteren reichte die Zeit an diesem Nachmittag nicht aus.
Doch das Repair Café war weit mehr als eine reine Reparaturwerkstatt. Während gemeinsam geschraubt, geprüft und ausprobiert wurde, entstand ein reger Austausch zwischen den Teilnehmenden. Erfahrungen wurden geteilt, gegenseitige Unterstützung angeboten und ganz nebenbei deutlich gemacht, dass viele scheinbar defekte Dinge nicht sofort ersetzt werden müssen.
Gerade dieser Gedanke steht im Mittelpunkt von Circ@Home. Kreislaufwirtschaft beginnt nicht erst beim Recycling, sondern bereits deutlich früher: Produkte möglichst lange zu nutzen, sie zu pflegen und – wenn möglich – zu reparieren, spart Ressourcen, vermeidet Abfall und schont häufig auch den Geldbeutel.
Gleichzeitig diente das Pop-up Repair Café als Testlauf für den Aufbau eines regelmäßigen Repair Cafés im Goldbekhaus. Neben den praktischen Reparaturen wurden daher auch Erfahrungen gesammelt, welche Ausstattung künftig sinnvoll wäre. Auf der Wunschliste stehen unter anderem Regale für laufende Reparaturprojekte, eine sortierte Schrauben- und Glühbirnensammlung, Sortierbehälter, Möglichkeiten zur Mülltrennung sowie eine bessere Raumakustik, beispielsweise durch Teppiche.
Das Pop-up Repair Café hat gezeigt, welches Potenzial in einem solchen Angebot steckt: Es verbindet praktisches Handeln mit gegenseitigem Lernen und stärkt gleichzeitig die Nachbarschaft. Genau solche lokalen Angebote möchte Circ@Home sichtbar machen und gemeinsam mit den Menschen im Stadtteil weiterentwickeln.
Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmenden und insbesondere bei unserem ehrenamtlichen Reparaturexperten Siegfried für seinen engagierten Einsatz. Wir freuen uns darauf, die nächsten Schritte auf dem Weg zu einem regelmäßigen Repair Café im Goldbekhaus gemeinsam zu gehen.


Das Projekt Circ@Home wird von Interreg Baltic Sea Region kofinanziert. Circ@Home bringt Haushalte, lokale Dienstleistungen und Gemeinden zusammen, um den Übergang zu einer kreislauforientierten und nachhaltigen Lebensweise zu gestalten.



